KFZ Versicherung trotz Schufa

Wenn Sie in Deutschland ein Auto für den öffentlichen Straßenverkehr zulassen möchten, müssen Sie eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Wie bei anderen Versicherungen prüft die Assekuranz auch bei der Kfz-Haftpflicht die Bonität des Antragstellers. Informationen über die Kreditwürdigkeit und Zahlungsmoral einer Person liefert zum Beispiel die SCHUFA.

Was ist die SCHUFA genau?

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (kurz: SCHUFA) ist eine Wirtschaftsauskunftei. Sie wurde 1927 gegründet und verfügt heute über Daten zu mehr als 67 Millionen Privatpersonen und 5 Millionen Unternehmen. Damit ist sie die größte Wirtschaftsauskunftei Deutschlands. Damals wie heute speichert die SCHUFA Daten zur Zahlungsmoral von Personen, die von Unternehmen abgefragt werden können. Immer dann, wenn es um die Kreditwürdigkeit einer Person geht, zum Beispiel bei einer Darlehensanfrage oder einem Ratenkauf, können Unternehmen diese anhand der in der SCHUFA gespeicherten Informationen abschätzen.

Ist eine KFZ Versicherung trotz SCHUFA überhaupt möglich?

Da negative Einträge in der SCHUFA oft ein Indiz für eine bislang nicht optimale Zahlungsmoral oder -fähigkeit sind, nutzen Versicherungen und Unternehmen diese Informationen der SCHUFA für ihre Risikominimierung. Das heißt: Um mögliche Zahlungsausfälle zu verhindern oder stark zu reduzieren, bevorzugen Versicherungen Kunden mit einwandfreier Bonität.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Versicherungsvertrag für Personen mit negativem SCHUFA-Eintrag grundsätzlich ausgeschlossen ist. Insbesondere bei der Kfz-Haftpflichtversicherung, zu der jeder Autohalter gesetzlich verpflichtet ist, gibt es auch für Personen mit SCHUFA-Eintrag entsprechende Angebote „ohne SCHUFA“. Damit ist nicht unbedingt gemeint, dass die Anbieter dieser Versicherungen tatsächlich auf die Abfrage bei der SCHUFA verzichten. Oft heißt es einfach, dass sie auch Personen mit negativen Einträgen in der SCHUFA eine Kfz-Versicherung anbieten. Korrekt müssten diese Angebote also „trotz SCHUFA“ heißen.

Ist der KFZ Versicherer verpflichtet den Kunden trotz SCHUFA-Eintrag annzunehmen?

Grundsätzlich müssen Versicherungen auch Tarife für Personen mit negativen SCHUFA-Einträgen anbieten. Sie dürfen jedoch selbst entscheiden, unter welchen Bedingungen sie dies tun. Oft bieten sie deshalb einen einfachen Basisschutz an, der nur die gesetzlich vorgegebenen Mindestleistungen umfasst und vergleichsweise teuer ist. Die Beiträge müssen üblicherweise per Einzugsermächtigung, Vorkasse oder Überweisung gezahlt werden. Mit dem Verzicht auf zusätzliche Sonderleistungen und/oder -konditionen reduzieren die Unternehmen das Risiko, das mit einem Vertragspartner mit SCHUFA-Eintrag möglicherweise einhergeht. Dazu gehört auch, dass bei vielen Versicherungen dann kein Voll- oder Teilkaskoversicherungsschutz möglich ist. Oft beschränken sie auch die Deckungssummen auf das vom Gesetzgeber festgelegte Minimum. Um Ihre Chancen auf eine günstige und gute Kfz-Versicherung trotz SCHUFA zu erhöhen, sollten Sie wenn möglich:

  • prüfen, ob Sie das Auto nicht auf Ihren Ehe- oder Lebenspartner versichern lassen können, sofern dieser keine Negativmerkmale in der SCHUFA hat
  • auf zusätzlichen Teil- und Vollkaskoschutz verzichten
  • das Fahrzeug nur zu privaten Zwecken verwenden
  • den Fahrerkreis auf Sie begrenzen oder nur einige wenige, erfahrene Fahrer aufnehmen
  • eine jährliche Zahlung der Versicherungsbeiträge wählen (anstatt halbjährlich oder quartalsweise)

Wann ist eine Ablehnung seitens des Versicherers möglich?

Es gibt jedoch bestimmte Bedingungen, unter denen die Versicherung einen Antragsteller komplett ablehnen kann. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Antragsteller eine eidesstattliche Versicherung (Offenbarungseid) abgegeben hat oder insolvent ist. Auch ehemalige Kunden, die ihren früheren Vertrag bei der Versicherung gekündigt haben oder denen die Versicherung aus triftigen Gründen gekündigt hat, muss diese nicht wieder aufnehmen.

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